Wie viel spart eine Wärmepumpe im Jahr? Rechner mit echten Zahlen
„Die Wärmepumpe spart 50 Prozent Heizkosten“ ist eine Werbeaussage, keine Rechnung. Ob Sie sparen und wie viel, hängt an drei Zahlen: Ihrem bisherigen Verbrauch, der Jahresarbeitszahl Ihrer künftigen Anlage und dem Strompreis, den Sie dafür zahlen. Der Rechner unten macht daraus eine konkrete Zahl – auch dann, wenn sie unbequem ist.
Wie viel spart eine Wärmepumpe im Jahr?
Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Gasverbrauch liegt die Ersparnis bei einem Wärmepumpentarif von 25 Cent und einer Jahresarbeitszahl von 3,4 bei rund 1.050 Euro pro Jahr. Mit normalem Haushaltsstrom zu 37 Cent schrumpft sie auf etwa 420 Euro.
Genau diese Spreizung ist der Punkt, den die meisten Übersichten auslassen: Der Tarif entscheidet über mehr als das halbe Ergebnis. Tragen Sie Ihre eigenen Zahlen ein:
Ersparnis-Rechner: Gasheizung gegen Wärmepumpe
Alle Werte sind veränderbar. Die Voreinstellungen entsprechen den Durchschnittswerten vom August 2026.
Annahmen, die in der Rechnung stecken: Nutzungsgrad der alten Gasheizung 90 Prozent · Emissionsfaktor Erdgas 201 g CO₂ je kWh · deutscher Strommix 344 g CO₂ je kWh (Umweltbundesamt, Wert für 2025) · konstante Preise ohne Steigerung · keine Zinsen und keine Wartungskosten. Das Ergebnis ist eine Größenordnung, keine Prognose. Die verbindliche Grundlage ist immer eine Heizlastberechnung durch den Fachbetrieb.
Wie funktioniert die Rechnung zur Wärmepumpen-Ersparnis?
In vier Schritten – und jeder davon ist nachvollziehbar, ohne dass Sie etwas glauben müssen.
- Vom Gasverbrauch zur Heizwärme: Ihre Gasabrechnung zeigt den Brennstoff, nicht die Wärme. Ein Brennwertkessel setzt davon etwa 90 Prozent in nutzbare Wärme um. Aus 20.000 kWh Gas werden also rund 18.000 kWh Wärme.
- Von der Heizwärme zum Strombedarf: Die Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme. Wie viele, sagt die Jahresarbeitszahl. Bei 3,4 braucht sie für 18.000 kWh Wärme rund 5.300 kWh Strom.
- Vom Strombedarf zu den Kosten: 5.300 kWh mal Arbeitspreis. Hier trennt sich Wärmepumpentarif von Haushaltstarif.
- Vom Sparbetrag zur Amortisation: Eigenanteil nach Förderung geteilt durch die jährliche Ersparnis. Ohne Zinsen, ohne Preissteigerung – bewusst konservativ.
Was bedeutet die Jahresarbeitszahl für Ihre Ersparnis?
Jeder Zehntelpunkt Jahresarbeitszahl verändert die Stromrechnung um rund drei Prozent. Zwischen einer schlecht und einer gut eingestellten Anlage liegen leicht 400 Euro im Jahr.
Im Feldtest des Fraunhofer ISE erreichten Luft-Wasser-Wärmepumpen in Bestandsgebäuden im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4, Erdreich-Anlagen 4,3. Die Spannweite reichte bei Luft-Wasser-Geräten von 2,6 bis 4,9 – bei baugleicher Technik.
| Jahresarbeitszahl | Strombedarf bei 18.000 kWh Wärme | Kosten bei 25 ct | Kosten bei 37 ct |
|---|---|---|---|
| 2,8 | 6.430 kWh | 1.607 € | 2.379 € |
| 3,2 | 5.625 kWh | 1.406 € | 2.081 € |
| 3,4 (Feldtest-Mittel Luft) | 5.294 kWh | 1.324 € | 1.959 € |
| 4,0 | 4.500 kWh | 1.125 € | 1.665 € |
| 4,3 (Feldtest-Mittel Erdreich) | 4.186 kWh | 1.047 € | 1.549 € |
Die Jahresarbeitszahl ist keine Geräteeigenschaft, sondern das Ergebnis von Auslegung, Vorlauftemperatur, hydraulischem Abgleich und Aufstellort. Was Sie dabei beeinflussen können, steht unter Welche Größe braucht meine Wärmepumpe.
Wann spart eine Wärmepumpe nichts?
Wenn Haushaltsstrom zum Heizen verwendet wird und die Jahresarbeitszahl unter etwa 3,1 bleibt. Dann liegen Gas- und Wärmepumpenkosten praktisch gleichauf.
Das Rechenbeispiel: 18.000 kWh Wärme, Jahresarbeitszahl 2,8, Strompreis 37 Cent. Ergebnis: 2.379 Euro Stromkosten gegenüber 2.380 Euro Gaskosten. Null Ersparnis – bei 20.000 Euro Eigenanteil.
Diese Konstellation ist kein Randfall. Sie entsteht regelmäßig, wenn eine überdimensionierte Anlage in ein Haus mit hohen Vorlauftemperaturen eingebaut und an den normalen Haushaltszähler angeschlossen wird. Alle drei Fehler sind vermeidbar – aber nur vor dem Einbau.
Umgekehrt heißt das: Wer Wärmepumpentarif, saubere Auslegung und niedrige Vorlauftemperatur zusammenbringt, landet bei 1.000 bis 1.400 Euro Ersparnis im Jahr. Der Unterschied zwischen beiden Welten liegt nicht am Gerät, sondern an der Planung.
Wie wirkt sich der CO₂-Preis auf die Ersparnis aus?
Der CO₂-Preis liegt 2026 im Korridor zwischen 55 und 65 Euro je Tonne und schlägt mit etwa 1,3 Cent je Kilowattstunde auf den Gaspreis durch. Ab 2027 greift der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr.
Bei 20.000 kWh Gas sind das heute rund 260 Euro im Jahr, die im Gaspreis bereits enthalten sind. Wie stark der Anteil nach 2027 steigt, hängt vom Zertifikatspreis am Markt ab und lässt sich seriös nicht vorhersagen – der Rechner arbeitet deshalb bewusst mit konstanten Preisen.
Wer eine Prognose einbauen möchte, kann es sich einfach machen: Jeder Cent mehr beim Gaspreis erhöht die Ersparnis in diesem Beispiel um 200 Euro im Jahr.
Welche Stellschrauben für mehr Ersparnis haben Sie selbst in der Hand?
Vier – und zusammen bewegen sie mehr als jede Geräteentscheidung.
- Der Stromtarif. Ein Wärmepumpentarif mit reduzierten Netzentgelten spart je nach Verbrauch 200 bis 400 Euro im Jahr. Wie das über § 14a EnWG funktioniert, steht unter Wärmepumpen-Stromtarif und § 14a EnWG.
- Die Vorlauftemperatur. Jedes Grad weniger verbessert die Jahresarbeitszahl um etwa 2,5 Prozent. Größere Heizkörper in den kritischen Räumen sind oft die günstigste Effizienzmaßnahme überhaupt.
- Der Aufstellort. Eine Anlage, die ihre eigene kalte Abluft ansaugt oder im Winter am vereisten Kondensatablauf hängt, verliert messbar Effizienz. Details unter Aufstellort der Wärmepumpe und Frostschutz für Wärmepumpen.
- Die Warmwasserbereitung. 60 Grad Speichertemperatur statt 48 Grad kosten spürbar. Für die Legionellenschaltung reicht ein wöchentlicher Zyklus.
Häufige Fragen zur Ersparnis einer Wärmepumpe
Wie berechnen Sie die Ersparnis Ihrer Wärmepumpe mit eigenen Zahlen?
- Holen Sie Ihre letzte Gasabrechnung und tragen Sie den Jahresverbrauch oben ein – nicht den Euro-Betrag, sondern die Kilowattstunden.
- Rechnen Sie einmal mit Wärmepumpentarif und einmal mit Ihrem heutigen Haushaltsstrompreis. Die Differenz zwischen beiden Ergebnissen ist der Wert des Tarifwechsels.
- Lassen Sie sich im Angebot eine Prognose der Jahresarbeitszahl geben – schriftlich. Wer sie nicht nennen will, hat die Heizlast nicht gerechnet. Die Checkliste dazu steht unter Angebot für eine Wärmepumpe prüfen.
- Vergleichen Sie das Ergebnis mit dem Vollkostenvergleich unter Wärmepumpe oder neue Gasheizung, bevor Sie sich entscheiden.
Preise und Emissionsfaktoren mit Stand vom 15. September 2026. Quellen: BDEW-Strom- und Gaspreisanalyse, Umweltbundesamt, Fraunhofer ISE.
