Außeneinheit einer Wärmepumpe in einer Lamellen-Einhausung neben dem Haus, bereit für den Winter

Wärmepumpe winterfest machen: Was Sie im Herbst prüfen sollten

Der beste Zeitpunkt, sich um die Wärmepumpe zu kümmern, ist nicht der erste Frosttag, sondern der Herbst davor. Eine halbe Stunde im September oder Oktober erspart im Januar den Notruf beim Fachbetrieb. Diese Checkliste können Sie größtenteils selbst abarbeiten.

Was gehört in die Herbstkontrolle an der Außeneinheit?

  1. Kondensatablauf prüfen. Ist der Ablauf frei? Läuft Wasser sichtbar ab, wenn Sie etwas hineingießen? Steht Wasser in der Wanne? Das ist der wichtigste Punkt der ganzen Liste.
  2. Laub und Bewuchs entfernen. Rund um das Gerät und im Kiesbett. Herbstlaub ist die häufigste Ursache für einen verstopften Ablauf.
  3. Lamellenblock ansehen. Verbogene Lamellen, Spinnweben, Samen und Blütenstaub reduzieren den Luftdurchsatz. Vorsichtig mit weichem Pinsel oder schwachem Wasserstrahl reinigen, niemals mit dem Hochdruckreiniger.
  4. Mindestabstände kontrollieren. Hecke gewachsen, Gartenmöbel davorgestellt, Brennholz gestapelt? Die Abstände aus der Montageanleitung müssen frei bleiben.
  5. Befestigung und Sockel prüfen. Sitzen alle Schrauben fest, ist die Konsole eben, steht das Gerät hoch genug über dem Boden für Schnee und Schmelzwasser?
  6. Heizband und Wannenheizung testen, falls vorhanden. Ist der Stromkreis aktiv, funktioniert der Thermostat?
  7. Wartungstermin einplanen. Im Herbst haben Fachbetriebe mehr Kapazität als beim ersten Kälteeinbruch.

Was sollten Sie an der Wärmepumpe im Winter im Blick behalten?

  • Bildet sich unter dem Gerät eine Eisfläche, die auch tagsüber nicht verschwindet?
  • Ist der Lamellenblock flächig zugefroren statt nur bereift?
  • Läuft der Heizstab häufiger als sonst, steigt der Stromverbrauch auffällig?
  • Liegt Schnee bis an die Ansaug- oder Ausblasseite? Dann freiräumen – aber nicht mit dem Spaten am Gerät entlang.

Was sollten Sie an der Wärmepumpe im Winter besser lassen?

Decken Sie die Außeneinheit nicht ab, solange sie in Betrieb ist – sie braucht ganzjährig freien Luftstrom. Schlagen Sie kein Eis ab, verwenden Sie keine Heißluftpistole und kein Streusalz. Und schalten Sie die Anlage nicht ab, um Strom zu sparen: Ohne Abtaufunktion friert sie erst recht zu.

Was ist im Winter mit dem Diebstahlschutz?

Der Herbst ist auch ein guter Moment, die Befestigung anzusehen. Wenn Sie ohnehin an der Anlage arbeiten, lassen sich Sicherheitsschrauben oder Abreißmuttern in wenigen Minuten nachrüsten – die günstigste wirksame Maßnahme gegen Diebstahl überhaupt. Mehr dazu auf unserer Themenseite Wärmepumpe vor Diebstahl schützen.

Ausführlich zum Thema Vereisung und Ablauf: Frostschutz für Wärmepumpen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Herbstkontrolle?

Im Oktober, spätestens Anfang November – solange die Temperaturen noch über dem Gefrierpunkt liegen. Klebeband hält bei Frost schlecht, und ein bereits vereister Ablauf muss erst auftauen, bevor Sie überhaupt arbeiten können.

MonatWas ansteht
SeptemberWartungstermin für den Winter vereinbaren – die Kalender der Betriebe füllen sich früh
OktoberSichtkontrolle, Laub entfernen, Kondensatablauf prüfen, Heizband anbringen und testen
NovemberThermostatsteckdose einstecken, Verschraubungen prüfen, Beleuchtung testen
Dezember bis Februarnach jedem Schneefall kurz nachschauen, Abtauverhalten beobachten
MärzHeizband ausstecken, Kiesbett auf Verschlammung prüfen, Winterschäden dokumentieren
Ein Nachmittag im Oktober ersetzt den Notdiensteinsatz im Januar.

Welches Material brauchen Sie, um die Wärmepumpe winterfest zu machen?

Für unter 100 Euro haben Sie alles zusammen, was eine Außeneinheit durch den Winter bringt.

MaterialWozuUngefährer Preis
Selbstregelndes Heizband mit Schuko-Steckerhält den Kondensatablauf frei25 – 60 €
Thermostatsteckdoseschaltet das Heizband erst bei etwa +3 °C ein10 – 20 €
Rohrisolierung für den Ablaufverzögert das Einfrieren5 – 15 €
Aluminium-Klebebandbefestigt das Heizband am Rohr5 – 10 €
Drainagekies zum Nachfüllensorgt dafür, dass das Wasser versickert10 – 20 €
Preisspannen, Stand August 2026. Was davon in welcher Reihenfolge sinnvoll ist, steht unter Frostschutz für Wärmepumpen.

Was macht der Fachbetrieb bei der Wartung – und was nicht?

Er prüft Kältekreis, Regelung und Sicherheitseinrichtungen. Um Laub, Kies und Heizband kümmert er sich in der Regel nicht – das ist Ihr Teil.

AufgabeFachbetriebSie selbst
Dichtheitsprüfung und Kältemitteldruck✓–
Elektrische Sicherheitsprüfung✓–
Regelung, Heizkurve, Abtauparameter✓–
Verschleißteile und Filter✓–
Laub, Schnee und Bewuchs entfernen–✓
Kondensatablauf und Kiesbett kontrollieren–✓
Heizband anbringen und testen–✓
Verschraubungen nachziehen–✓ (jährlich)
Fragen Sie im Wartungsvertrag ausdrücklich nach, was enthalten ist. Die Leistungsumfänge unterscheiden sich erheblich.

Was tun Sie, wenn die Wärmepumpe im Winter ausfällt?

Erst prüfen, ob es sich um einen zugefrorenen Ablauf handelt – das ist der mit Abstand häufigste Fall und lässt sich oft selbst beheben.

  1. Unter das Gerät schauen. Steht dort ein Eisblock, ist der Ablauf zu.
  2. Heizband einstecken und einige Stunden warten. Wenn keines vorhanden ist: handwarmes Wasser vorsichtig über den Ablauf, niemals über die Lamellen.
  3. Anlage weiterlaufen lassen. Abschalten verschlimmert die Lage.
  4. Fehlermeldung notieren und fotografieren, bevor Sie sie quittieren.
  5. Fachbetrieb rufen, wenn das Eis trotz freiem Ablauf zurückkommt oder der Ventilator Geräusche macht.

Was Sie beim Enteisen keinesfalls tun sollten, steht ausführlich unter Wärmepumpe abtauen: Warum heißes Wasser und Enteisungsspray tabu sind. Wann Eis normal ist und wann nicht, klärt Warum vereist meine Wärmepumpe.

Zwei Themen für die Herbstroutine: Ob Ihre Anlage bei einem Stromausfall Frostschaden nehmen kann, klärt Stromausfall im Winter. Und wie der Kondensatablauf auch ohne Heizband frostsicher bleibt, zeigt Kondensatablauf frostsicher bauen.

Häufige Fragen zum Winterbetrieb

Nur oben und nur bei längerem Stillstand. Ein rundum abgedecktes Gerät bekommt keine Luft und vereist erst recht.

Ein Dach gegen Schneefall und Laub ist sinnvoll, solange alle Seiten frei bleiben und die Herstellerabstände eingehalten sind.

Üblich ist ein Turnus von ein bis zwei Jahren, je nach Wartungsvertrag und Hersteller. Für Garantieansprüche verlangen viele Hersteller einen dokumentierten Nachweis.

Legen Sie den Termin in den Spätsommer. Im Oktober und November sind die Betriebe ausgebucht, und im Januar kommt nur noch der Notdienst.

Ja, das ist normal und eingeplant. Bei tiefen Außentemperaturen sinkt die Leistungszahl, gleichzeitig steigt der Wärmebedarf des Hauses.

Auffällig wird es erst, wenn der Verbrauch trotz milder Witterung hoch bleibt. Dann lohnt der Blick auf Vereisung, Heizkurve und den Anteil des elektrischen Heizstabs.

Kontrollieren Sie den Kondensatablauf und stecken Sie das Heizband ein, falls es an einer Thermostatsteckdose hängt, die noch nicht geschaltet hat.

Räumen Sie außerdem Schnee vor den Ansaugseiten weg und stellen Sie sicher, dass die Abluft frei abziehen kann.

Bei einer Wärmepumpe meist nicht. Das Wiederaufheizen am Morgen erfordert eine höhere Vorlauftemperatur und kostet oft mehr, als die Absenkung einspart.

Bei gut gedämmten Häusern ist eine durchgehend flache Heizkurve fast immer die effizientere Einstellung. Lassen Sie das beim Einregulieren im ersten Winter prüfen.

Wie machen Sie Ihre Wärmepumpe jetzt winterfest?

  1. Nehmen Sie sich an einem trockenen Oktobertag eine Stunde Zeit und arbeiten Sie die Herbstkontrolle von oben durch.
  2. Besorgen Sie das Material aus der Tabelle, bevor der erste Frost angekündigt ist – im November sind Heizbänder regelmäßig ausverkauft.
  3. Prüfen Sie bei der Gelegenheit auch die Verschraubungen: Sicherheitsschrauben nachrüsten.
  4. Legen Sie sich eine Kalendererinnerung für März, um das Heizband wieder auszustecken.

Passend dazu aus der Kaufberatung: Der erste Winter gehört noch zum Projekt – warum, erklärt Von der Idee bis zur Inbetriebnahme. Was ein gut eingeregelter Betrieb im Jahr bringt, zeigt der Ersparnis-Rechner.

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